(Einweg-) LED Decken/Wandleuchte

 

 

Aktuell ist in der Familie eine nicht allzu alte LED Leuchte ausgefallen.
Es handelt sich um eine LED Leuchte mit fest verbauten Leuchtmitteln.
=> Theoretisch ist das Leuchtmittel tauschbar, aber viel Spaß mit der Ersatzbeschaffung!
Daher meine Bezeichnung "Einwegleuchte" für die Dinger ...

Teilweise leuchtete die Leuchte noch, fängt aber nach kurzer Zeit an zu flackern um dann komplett auszugehen.
Einfach entsorgen geht bei mir natürlich nicht, daher auf zur Fehlersuche!

Leuchtmittel der Leuchte sind 42 5730 Chip LEDs, angeordnet in zwei Ringen zu je 30 und 12 LEDs.
Von den LEDs sind je zwei parallel geschaltet und diese sind wiederum in Reihe geschaltet.

Vereinfacht sieht das Schaltbild der Leuchte so aus:

Tatsächlich sind die LEDs allesamt in Ordnung, also muss der Fehler im Treiber (Netzteil) liegen!
Es handelt sich um ein Konstantstrom Netzteil, welches 300mA durch den LED Strang treibt.
Dabei fallen an den LEDs 68V ab, also etwa 3,2V je LED.

Typische 5730 LEDs sind für 150mA spezifiziert, man ist hier also an das Maximum der zulässigen Leistung gegangen.
Meine Meinung dazu: Die LEDs werden damit über die Garantiezeit kommen!
Ab einem gewissen Strom nimmt die Leichtausbeute nur noch marginal zu, der Verschleiß der LED steigt aber überproportional!

Der Defekt:

Das LED Netzteil oder auch LED-Treiber genannt ist recht ordentlich aufgebaut.
Auffällig ist, dass es auf der Primärseite keinen Ladeelko besitzt!
Die gleichgerichtete Netzspannung wird direkt von der Elektronik "verarbeitet".
Nur auf der Sekundärseite befinden sich drei parallel geschaltete Elkos.
Funktionell ist das Netzteil als Sperrwandler aufgebaut.
Der Ausgang zu den LEDs ist von der Primärseite galvanisch getrennt.
Das ist keine Selbstverständlichkeit bei LED Treibern!

Der fehlende Ladeelko weist darauf hin, dass dieses Netzteil eine Leistungsfaktor Korrektur umgesetzt hat!
Dimmbar ist es jedenfalls nicht!
Vermutlich "reitet" der Kontroll-Chip die Sinuswelle und sorgt so für eine dem Spannungsverlauf angeglichene Stromaufnahme.
Von dem Chip ist leider kein Datenblatt zu finden.

Der Fehler war recht schnell gefunden:
Die Gleichrichterdiode auf der Sekundärseite war hochohmig geworden.
Einen Grund für den Ausfall kann ich nicht erkennen. Die Diode ist eigentlich korrekt dimensioniert, vermutlich hat das Bauteil einfach versagt.
Es handelt sich um eine SMD Diode vom Typ ES2J (600V, 2A, "Super-Fast Recovery").
Ich habe die Diode durch einen Vergleichstyp ersetzt und das Netzteil funktioniert wieder einwandfrei!

Noch einige Bilder von dem geöffneten LED Treiber:

LED Treiber Unterseite Detail: SOT23-6 Kontroll-Chip

Meine Meinung zu dem Produkt:

Eigentlich ganz solide aufgebaut.
Man hätte die LEDs mit etwas geringerem Strom betreiben können, dann könnte die Leuchte fast ewig halten.
Der Grund des Ausfalles ist meiner Meinung nicht dem Design anzulasten.

 

 

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